Das Projekt „Streitschlichtung"

Wo Menschen zusammen sind, sind Konflikte zwischen ihnen nicht weit. Doch wie soll man mit einem Konflikt umgehen? Sich wehren und notfalls (zurück)schlagen oder versuchen, den Konflikt auf friedliche Weise zu klären?

Oft werden Konflikte aber nicht zur Zufriedenheit beider ‚Parteien’ gelöst – sei es aus Zeitnot oder mangels der richtigen Vermittlungsstelle. Bestrafung des ‚Schuldigen’ ohne Klärung des Hintergrundes und Entstehung des Konflikts führt dazu, dass Streitigkeiten zwar an der Oberfläche gelöst scheinen, aber nicht beseitigt wurden. Das heißt, dass sie bei der nächsten Gelegenheit unter Umständen wieder aufflackern. Ein Weg, um Konflikte besser lösen zu können, ist die Streitschlichtung für Schüler durch Schüler. 

 

Was ist Streitschlichtung?

Zunächst erhalten beide ‚Parteien’ die Möglichkeit, den Konflikt aus ihrer Sicht darzustellen. Hierbei übernehmen die Streitschlichter die Aufgabe, Aussagen zu wiederholen und zusammenzufassen sowie bei Unklarheiten nachzufragen. Sie treten als Vermittler auf, ergreifen niemals Partei und fällen kein Urteil.   

Während der Vermittlung sollen sich die beteiligten Schülerinnen und Schüler über ihre Gefühle, Interessen und Bedürfnisse in Bezug auf den Konflikt klar werden - aber auch über die Situation der Gegenseite. Es wird gemeinsam nach einer realistischen und fairen Lösung für die Zukunft gesucht. Haben sich die Schülerinnen und Schüler auf eine Lösungsmöglichkeit geeinigt, wird diese in einem Vertrag festgehalten, der von allen Beteiligten unterschrieben wird. Eine Grundannahme der Streitschlichtung ist, dass sich Schülerinnen und Schüler eher an Abmachungen halten, die sie selbst gemeinsam erarbeitet haben.

Damit eine Streitschlichtung funktioniert, braucht sie allerdings einen gewissen ‚Rahmen’. Sie findet in einem ruhigen Raum statt, in dem man nicht gestört wird. Die Schülerinnen und Schüler erklären sich zu Beginn mit den im Gespräch geltenden Regeln einverstanden. Eine solche Regel besagt beispielsweise, dass das Gespräch vertraulich behandelt wird, das heißt, dass keine Unbeteiligten erfahren, was im Streitschlichterraum besprochen wurde.

An unsere Schule wurden Lehrkräfte als Moderatoren für Streitschlichtung ausgebildet und dann folgte die Ausbildung von 30 Schülerinnen und Schülern.

 

home